Bleibt behütet

Liebe Studierende,

 

nun sind die Räume unserer Gemeinde ab sofort und bis auf Weiteres geschlossen. Ziemlich sicher hat es das in der Geschichte unserer KSG noch nicht gegeben. Und vermutlich geht es Euch ähnlich wie mir: Ich bin verunsichert, ich frage mich, wie es weitergehen kann. Wann werden wir zurückkehren zu unserem gewohnten Leben?

 

Zugleich halte ich die getroffenen Maßnahmen für richtig und offensichtlich notwendig. Um es mit unserem Bischof Gerhard Feige zu sagen: „Jeder und Jede sollte das Mögliche tun, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Auch wenn es manchem schwer fallen wird zu akzeptieren, dass eine lang geplante Veranstaltung nun nicht stattfindet, soziale Kontakte vermindert werden sollen und sogar der sonntägliche Gottesdienst ausfällt, kann dieser Verzicht auf Liebgewonnenes doch dazu beitragen, uns gegenseitig zu schützen.“

 

Es ist nicht egal, was wir in diesen Wochen tun und lassen. Allein schon die Nächstenliebe, zu der wir aufgefordert sind, mahnt uns zu gegenseitiger Rücksichtnahme. Niemand weiß, ob er nicht vielleicht schon selbst das Virus in sich hat und damit ein möglicher Überträger auf viele andere Menschen ist.

 

Manche fragen in diesen Tagen, wie sie Menschen, die sich nun in einer Notlage befinden, helfen können. Ich denke, da gibt es Möglichkeiten, die es zu entdecken gilt. Wenn Ihr Euch in der Lage seht, anderen zu helfen, ruft doch zunächst einfach mal in einem Pfarrbüro an: für den Süden von Halle ist das die Pfarrei St. Franziskus, für den Norden Carl Lampert und für Mitte- und West-Halle die Pfarrei St. Mauritius und Elisabeth. Gewiss gibt es dort Bedarf an Menschen wie Euch, die für Alte einkaufen, Kinder betreuen oder mit ihnen Lernen. Zudem findet Ihr im Netz auch ein Portal, wo Ihr Hilfe anbieten könnt: engagiert-in-halle.de Aber natürlich gilt auch hier mit Vor- und Umsicht zu handeln. Andererseits kann und darf trotz allem nicht das soziale Miteinander auf der Strecke bleiben.

 

Bei all diesen Überlegungen ist mir gestern ein Gebet in den Sinn gekommen. Ich möchte es Euch mit auf den Weg geben, den wir zwar räumlich getrennt, aber in Geist und Glauben miteinander gehen. Der Verfasser ist nicht wirklich bekannt, aber das ist hier auch nicht wichtig.

 

Gott, gib mir die Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

Ich bin sicher, diese Zeilen und das angesagte Gottvertrauen helfen uns, durch diese schwierige Zeit zu kommen.

 

Seid behütet!

Das wünsche ich Euch von Herzen,

Euer Thomas.

 

 

Erwachsener gibt Kind einen Apfel