Morus
Thomas Morus im Foyer der KSG

...treuer Diener Gottes

 „Ich nehme euch zu Zeugen, dass ich im Glauben und für den Glauben der heiligen katholischen Kirche und als treuer Diener des Königs, aber in erster Linie als treuer Diener Gottes sterbe. Betet für den König, dass Gott ihn führe und erleuchte."

Heute, am Gedenktag unseres Patrons, muss ich noch einmal an dieses allerletzte Wort aus Thomas Morus´ Mund zurück denken. Marian hat es uns vor einer Woche in seinem Vortrag nahe gebracht. „dass ich …aber in erster Linie als treuer Diener Gottes sterbe.“ Besonders diese Worte gehen mir nach. Morus stirbt nicht für die Kirche, nicht zuerst für den Glauben. Er gibt sein Leben hin als treuer Diener Gottes. Er ist ganz von Gott überzeugt. Von ihm hat er sein Leben geschenkt bekommen. Ihm gibt er sein Leben zurück.

Mit Thomas Morus als Patron unserer KSG sind auch wir aufgefordert, denke ich, als treue Diener Gottes – wohl nicht zu sterben – aber sehr wohl zu leben. Doch was heißt das: treue Diener Gottes?

Für mich gibt es nur diese Antwort: Wollen wir als „treue Diener Gottes“ leben, so sind herausgefordert, das Leben Jesu, wie es uns die Evangelien überliefern, zum Maß unseres Handelns zu machen, zum Maß unserer Gedanken und Worte. Immer wieder gilt es dann zu fragen: Was würde Jesus jetzt und an meiner Stelle tun? Wie und wodurch kann ich seinen Willen erfüllen und auf diesem Weg ein „treuer Diener Gottes“ werden, wie Morus es  vorgelebt hat.

Um hier die richtige Antwort zu finden, gilt es aber zugleich, sich mit dem Leben Jesu und dem Glauben der Kirche auseinanderzusetzen, zu fragen und zu hinterfragen.

Die Bereitschaft dazu, aber auch den Mut zu dieser Auseinandersetzung erbitte ich uns.