Geben & Nehmen

Auf der Suche nach einer Idee für den heutigen Text bin ich auf ein kleines Buch von Johannes Simon gestoßen: „Sinnzeit“. Ein Text gefällt mir besonders und regt mich zum Weiterdenken an: Da geht es ums Geben und Nehmen.

 

„Geben ist seliger denn Nehmen“, zitiert der Autor ein bekanntes Wort. Es mache die Menschen froher und erfüllter, etwas zu geben. Aber stimmt das denn auch? Wie geht es Euch dabei…

 

Ich selbst erlebe oft: Ja, geben kann mich froh machen, erfüllter und es kann meinem Leben einen positiven Akzent geben. Ich kann aber nicht nur geben. Ich freue mich auch, wenn ich etwas Gutes annehmen darf.

 

Vermutlich kennt Ihr das Lied „Wenn jeder gibt, was er hat, dann werden alle satt“. Dieser Text schöpft aus dem Reichtum des Menschenbildes, das Jesus uns verkündet hat:

  • Wer daran glaubt, von Gott angenommen zu sein, der kann auch sich selbst und andere annehmen.
  • Wer glaubt, dass Gott uns in Jesus auf Augenhöhe begegnet, der wird auch seinen Mitmenschen mit Respekt begegnen.
  • Wer glaubt, dass im Reich Gottes alle satt werden können und miteinander teilen, der wird auch heute schon damit beginnen.

Ja, unser Glaube fordert uns heraus. Geben ist christlich. Jesus macht uns Mut, an unsere Grenzen zu gehen und ein Leben für andere zu wegen (Mt 5,37-48). Er selbst hat sein Leben gegeben.

 

Doch wie steht es ums Nehmen? Wenn jeder gibt, was er hat, was bleibt dann übrig? Bricht dann nicht alles für mich zusammen? Das kann doch nicht der Sinn des Gebens sein!

 

Ich denke, dass es unsere Verantwortung vor unseren Mitmenschen und vor Gott es geradezu notwendig macht, auch Nehmerqualitäten zu zeigen. Geschenke dankbar anzunehmen, Rücksicht zu nehmen auf die eigenen Fähigkeiten und Kräfte. Sich Zeit zu nehmen, aus der Quelle unseres Glaubens zu schöpfen. Denn: Wer sich selbst nur verausgabt, der hat bald selbst nichts mehr zu geben. Johannes Simon ermahnt darum in seinem Text auf die eigenen Geber- und Nehmerqualitäten zu achten. | Gott, ich stehe vor dir…

 

Erwachsener gibt Kind einen Apfel