Emmausgang
Erlöst und mit Jesus unterwegs

Wir aber hatten gehofft

 

 

Am Dienstag stand die Emmaus-Geschichte aus dem Lukasevangelium im Mittelpunkt unseres Glaubensgesprächs. Die Erzählung haben wir ja alle schon oft gehört. Sie ist uns vertraut. Um so überraschter war ich, in unserem Gespräch noch einmal ganz neue Aspekte entdeckt zu bekommen. Offenbar lässt uns der Heilige Geist doch immer wieder auch noch etwas Neues erspüren.

 

Konkret geht es mir um diesen Satz: „Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde.“

 

Die beiden Jünger, die mit Jesus unterwegs nach Emmaus waren und unseren Herrn nicht erkannten, sie hatten eine ganz eigene Vorstellung von Erlösung. Hatten Sie vielleicht auf eine Revolte gegen die Römer gehofft, auf „Feuer vom Himmel“? Es ist nicht so gekommen, wie sie es sich gewünscht und erhofft hatten.

 

Aber nun sind sie doch mit dem Auferstandenen unterwegs. Mit dem, der den Tod besiegt hat. Auch für uns. Erst später stellen die beiden fest: „Es ist der Herr“ und „brannte uns nicht das Herz in der Brust“!

 

Auch ich kann von mir sagen: Ich aber hatte gehofft… Ganz selbstverständlich hatte und habe ich oft meine eigene Vorstellung davon, wie die Dinge laufen sollen. Wie sie doch eigentlich sein müssen! Wie mein Leben verlaufen soll!

 

Doch dann passiert etwas, das alles durchkreuzt: Ein Mensch, der mich entscheidend prägt, stirbt; ich kann den Beruf nicht ausüben, den ich mir ausgesucht habe; eine Krankheit bricht über einen herein. Schicksalsschläge?

 

„Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde.“ Ja, der Herr hat Israel erlöst und er hat auch uns erlöst. Aber auf eine ganz andere Weise, als wir es uns vorstellen. Ich will ihm vertrauen und ich wünsche dieses Vertrauen auch Ihnen und Euch.

 

Vielleicht können wir – wenn wir zurück schauen auf unser bisheriges Leben – erkennen, dass Gott tatsächlich seine Hand im Spiel hatte. Dass wir Erlöste sind. Auch wenn wir einmal etwas anderes erhofft hatten.