Gebt mir keine Ratschläge. Ich mache meine Fehler selber.
Bild: Peter Weidemann | pfarrbriefservice.de

Ich darf Fehler machen

 

Manchmal bin ich unzufrieden über mich selbst. Ich ärgere mich, wenn mir etwas nicht gelingt. Das kann durchaus einige Tage andauern… Vielleicht habt Ihr ja etwas Ähnliches auch schon erlebt.

Meist ärgere ich mich aus gutem Grund. Manchmal steckt dahinter aber auch verletzte Eitelkeit. Ich wollte es zu vielen recht machen. Doch dieser Maßstab war schlicht zu hoch.

Und selbst wenn es gelingen würde, wenn ich es allen recht machen könnte – wäre ich dann zufrieden? Wohl kaum… Denn in uns Menschen steckt eine Sehnsucht, die weit über das hinaus weist, was wir erreichen können. Eine Sehnsucht nach immer mehr. Eine Sehnsucht, die uns lebendig hält, die uns voran treibt. Eine gute Sehnsucht.

Doch wir können diese Sehnsucht nicht erfüllen. Wir können nicht den Himmel auf Erden errichten. Diese unendliche Sehnsucht nach Geborgenheit, Glück und Zufriedenheit, die kann allein Gott stillen.

Und weil ich nun genau darauf hoffen will, darf sich meine Unzufriedenheit in eine zufriedene und dankbare Gelassenheit wandeln. Ich kann damit leben, dass mal etwas daneben geht, und ich darf mich über das freuen, was doch gelingt.

Ja, es kann und muss nicht immer alles gut gehen. Ich darf meine Schwächen annehmen und sie Gott hinhalten. Ich darf Ja sagen zu meinen Fehlern.

Das hat auch Paulus erkannt: Wo ich schwach bin, bin ich stark, weil Gott mir zur Seite steht und mich nicht im Stich lässt.

Darauf dürfen wir vertrauen!

Dreimal habe ich den Herrn angefleht,

dass dieser Bote Satans von mir ablasse.

Er aber antwortete mir: Meine Gnade genügt dir;

denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit.

Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen,

damit die Kraft Christi auf mich herabkommt.

Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte,

Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage;

denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. | 2 Kor 12, 8 ff