Wer ist Jesus?

 

Das Evangelium von diesem Sonntag liest sich wie eine kurze Episode aus dem Leben Jesu, eine Erzählung, wie wir sie vielleicht selbst schon erlebt haben: Da war einer eine Zeit lang in der Fremde und kommt wieder nach Hause. Die Menschen geraten in Staunen über ihn: über seine „Weisheit“ über alles, was er gelernt hat und nun weitergibt. Doch dann erinnern sich die Menschen, die ihn von klein auf kennen: Ach, das ist ja einer von uns, das ist doch einer wie wir. Und sie nehmen, wie es im Text heißt, „Anstoß“ an ihm und das Ganze gipfelt dann in der Feststellung Jesu: Der Prophet gilt nichts im eigenen Land!

 

Das kennen wir doch… Ich jedenfalls muss sofort an meine Familie denken: Wenn meiner Mutter mich vor irgendwelchen Gefahren warnen wollte. Und mir geht es heute nicht viel anders, wenn ich versuche meine Kinder von etwas abzuhalten, was ihnen schaden könnte oder auch wenn ich ihnen etwas mit auf den Weg geben möchte, von dem ich denke, dass es gut und hilfreich ist… nun ja 😉

 

Aber was ist nun der Kern dieser Zeilen, was will uns der Evangelist über Jesus sagen und vor allem über unseren Glauben… über meinen Glauben: Für mich steckt dieser Kern in der Ablehnung Jesu durch die Menschen in Nazareth. Die Ablehnung durch alle, die ihn von klein auf kennen. Sie sehen in ihm nicht den, der sich Gott ganz und gar eng verbunden weiß und in bis dahin unbekannter Weise Gott als liebenden Vater verkündet, der in ganz neuer Weise vom Himmelreich spricht und dem Ewigen Festmahl bei Gott.

 

Und natürlich stellt der Evangelist damit auch uns die Frage:

  • Wer ist Jesus für dich?
  • Kannst Du seinen Worten und Taten glauben?
  • Hältst Du es für möglich, dass in Deinem Leben Wunder geschehen?

 

Das machtvolle Handeln Jesu ist dort sinnlos, so legt es der Evangelist Markus nahe, wo sich die Menschen Jesus verschließen. Mein Glaube an ihn und die Machttaten Jesu gehören also ganz eng zusammen. Ich muss offen und bereit sein, für das Handeln Jesu an mir und in meinem Leben. Ich muss mich ihm öffnen. Ihn suchen und seine Stimme hören wollen. Ich muss daran glauben, dass er mein Leben zum Guten ändern kann.

 

Nur wenn ich an ihm keinen „Anstoß“ nehme, kann er mich heil machen; nur wenn ich mich ihm zuwende, ihn suche, kann in meinem Leben etwas erfahren von seiner Freude und vom Schon des Himmelreiches in dem wir ja bereits leben.