Himmel, Sonne, Hände formen ein Herz

Liebt einander

„Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe.“ Dieses Wort aus dem Johannes-Evangelium stand heute – am Freitag – über unserem Morgengebet. Im Johannes-Evangelium findet es sich ganz am Ende wieder, in den Abschiedsreden Jesu. Die Autoren dieses Textes haben hier im Vertrauen auf den Heiligen Geist so etwas wie das Testament des Auferstandenen verfasst. Noch einmal wird eindringlich beschrieben, worin sie die Essenz christlichen Lebens erkennen und was sie ihrer Gemeinde im Namen Jesu ans Herz legen. Ganz wesentlich geht es da um die Einheit mit Gott und untereinander und es geht um Liebe: „Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt …“ Wir sind von Gott geliebte und wir dürfen lieben.

 

Zu lieben heißt für Jesus vor allem, nach dem Willen Gottes zu fragen, sich immer wieder an ihm dem Vater auszurichten.

 

Und wenn ich jemanden liebe – meine Partnerin, meinen Partner, meine Eltern, meine Kinder – dann geht es mir ja ähnlich. Dann frage ich, was ihm oder ihr guttut. Dann frage nach ihren Wünschen und will ihnen etwas Gutes tun. Ich spüre: Diese Wünsche zu erfüllen, macht auch mir Freude. Wenn ich liebe, nehme ich den geliebten Menschen ernst. Ich sehe sein Glück und seine Not, seine Hoffnung und seine Verzweiflung. Er ist mir wichtig.

 

Doch dürfen wir dabei nicht uns selbst aus dem Blick verlieren. Der Wille Gottes ist, dass wir einander Gutes wünschen und Gutes tun; zugleich heißt es aber an anderer Stelle „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!“. Liebe gelingt nur, wenn ich auch zu mir ja sage.

 

Unser Leben, unsere Arbeit werden fruchtbar und gesegnet sein, wenn wir uns immer wieder bewusst machen: Wir sind geliebt und wir dürfen lieben: unseren Nächsten, aber auch uns selbst. Die Liebe zu uns selbst und zu unserem Nächsten sowie das Gebet um die Kraft zu lieben, sind die Voraussetzungen eines guten und gelingenden Lebens: „Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe.“