Es ist nicht verrückt zu glauben

Auferstehung
Bild: Foto: Friedbert Simon / Künstler: Polykarp Ühlein In: Pfarrbriefservice.de

„Warum es nicht verrückt ist, an die Auferstehung zu glauben“; dieser mir Mut machende Satz steht über einem Interview, das ich vor wenigen Tagen bei katholisch.de entdeckt habe. Weil mir diese Frage angesichts unserer weitgehend nichtchristlichen Umwelt und angesichts eines ständigen Angefragtseins durch die Naturwissenschaft sehr relevant erscheint, möchte ich Euch hier einige Gedanken dieses Gesprächs mit der Theologin Sabine Pemsel-Maier mit auf den Weg geben.

 

Auch für mich ist, wie für Pemsel-Maier, die Auferstehung Jesu die Grundlage meines Glaubens. Aus der Sicht des Ostergeschehens sind die Evangelien geschrieben. Nicht als Tatsachenberichte – niemand ist mit Tontafel und Griffel neben Jesus hergelaufen – sondern als Zeugnisse des Glaubens der Gemeinden in denen sie entstanden. Das Ostergeschehen ist der Ausgangspunkt, der Dreh- und Angelpunkt allen christlichen Glaubens. Es ist der Schlüssel, um Jesus zu verstehen.

 

Wäre Jesus nicht auferstanden, wäre er ein Wanderprediger wie viele andere vor und nach ihm. Wie sie alle, wäre auch er in Vergessenheit geraten. Es muss also etwas an sich Unmögliches passiert sein, was diesen Jesus selbst zum Gegenstand des Glaubens gemacht hat. Etwas, das heute noch – 2000 Jahre danach – mehr als eine Milliarde Menschen bewegt.

 

Und dann ist da – für mich das Entscheidende – diese Verwandlung der Jüngerinnen und Jünger Jesu. Nehmen wir Petrus. Am Karfreitag verleugnet er Jesus: Nein, ich kenne diesen Menschen nicht! Und dann, kurze Zeit später, geht er raus auf die Straße und verkündet eben diesen Gekreuzigten und Verleugneten nun als den Auferstanden. Dabei war das Bekenntnis zu Jesus in diesem Moment nicht weniger gefährlich. Was ist da mit Petrus passiert? Was hat er erfahren? Was hat ihn derart verändert? Ganz offensichtlich setzt sich bei den Jüngerinnen und Jüngern die Erfahrung durch: Jesus ist wieder bei uns. Wir haben ihn erfahren. Er lebt.

 

Depression und Angst verwandeln sich in Freude und Zuversicht. Männer und Frauen brechen nun auf, ziehen hinaus und stecken mit ihrem Erleben des auferweckten Jesus andere an. Einer wie Paulus wandelt sich vom Christenverfolger zum erfolgreichsten Missionar des neuen Glaubens, schreckt vor keiner Gefahr zurück. Paulus ist sogar bereit, sein Leben für diese Erfahrung des auferstandenen Jesus zu geben.

 

Es gibt, so denke ich, einige gute Gründe, warum es nicht irrsinnig und verrückt ist, an Jesus – an den von Gott bestätigten und auferweckten Christus – zu glauben. | zum Interview bei katholisch.de