Menschen im Disput
Bild: pixabay

Querdenken & streiten

 

Vielleicht geht es einigen unter Euch ähnlich: Es gibt Menschen, denen gehe ich lieber aus dem Weg. Sie nerven mich, sie stellen vieles in Frage, was mir zur Gewohnheit geworden ist, was mir richtig erscheint. Manchmal wünsche ich mir dann, sie wären weit weg…

 

Doch da steht die Aufforderung Jesu im Raum: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst! Ich soll doch meinen Nächsten lieben, wie mich selbst… Das möchte ich ernst nehmen. Andererseits kann ich aber auch nicht über meinen Schatten springen.

 

Ein Wort, das ich kürzlich im Gottesdienst gehört habe, hilft mir weiterzudenken: Unser Miteinander braucht markante Typen; wir alle brauchen Charaktere, an denen wir uns reiben: Mahner und Propheten!

 

Solche Menschen sind unbequem. Sie stören unsere heile Welt. Sie verbreiten Unruhe. Ja, sie werfen uns aus dem eingefahrenen Gleis; aber: Jesus war auch so einer!

 

Es ist gut, dass es diese Querdenker und Quertreiber gibt. Es kann lohnen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und so das eigene Denken zu hinterfragen. Ich muss die Ansichten dieser Mahner ja nicht teilen, darf getrost anderer Meinung bleiben. Gut und wichtig ist es aber, das Denken anderer ernst zu nehmen und sich damit auseinanderzusetzen.Insofern sollen sie mir doch willkommen sein, die Querdenker und Mahner! Den Nächsten zu lieben heißt ja schließlich nicht, seine Ansichten in allem zu teilen.