Opferlamm & Sündenbock

 

An diesem Sonntag erinnern wir uns an den Einzug Jesu in Jerusalem. Es ist der Palmsonntag. Jesus sucht die Herausforderung. Er spielt mit dem Feuer. Die Hüter des jüdischen Glaubens müssen geschäumt haben vor Zorn und Wut… Warum hat Jesus derart provoziert? Er musste doch wissen, dass das kein gutes Ende nehmen konnte.

 

Offenbar hat Jesus sich Gott unglaublich eng verbunden gewusst als Sohn Gottes und Messias. Er war bereit, sich – so verstanden – als Opferlamm hinzugeben und als „Sündenbock“ jede Schuld der Menschen auf sich zu nehmen. Er war bereit, stellvertretend für alle zu leiden und zu sterben. In unfassbar großem Vertrauen auf Gott, den er seinen Vater nennt.

 

Im ersten Korinther-Brief schreibt Paulus darum auch von Jesus Christus als Pessach-Lamm, das schon geopfert ist (1 Kor 5,7). Und ebenso macht der Autor des ersten Petrusbriefs (1 Petr 1,19) deutlich, dass das Blut des Lammes der Erlösung der Menschen dient. Er versichert den Adressaten, dass sie nicht mit vergänglichem Silber oder Gold losgekauft – also erlöst – wurden, „sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel“. Hier liegt zugleich der Grund, warum wir in jeder Heiligen Messe vor der Kommunion beten: „Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünde der Welt. Erbarme dich unser!“

 

Und das ist nun unser Anteil am Leiden Jesu: Wir dürfen es annehmen als auch uns erlösendes und frei machendes Opfer. Wir dürfen uns Jesus zuwenden, ihn erkennen als – wie das Bild so schön zeigt – Quelle unseres Lebens.

 

Nehmt Euch in den Tagen vor Ostern hin und wieder Zeit, darüber nachzudenken:

  • Welche Rolle spielt Jesus in meinem Leben?
  • Wie kann ich aus dieser Quelle für mein Leben Wasser schöpfen?
  • Was bedeutet mein Glaube für die Menschen, mit denen ich lebe?