Sonnenuntergang
Sonnenuntergang

Spuren Gottes

 

Eine Geschichte, die mich schon seit meiner Kindheit begleitet, möchte ich Ihnen und Euch heute mit in das Wochenende geben. Sie handelt von einem König, der die ganze Welt kennengelernt hat. Nun, kurz vor seinem Tod, will er auch Gott sehen.

Also, ein König kann das ja, befiehlt er seinen Ministern, ihm Gott zu zeigen. Drei Tage Zeit gibt er ihnen.

Aber niemand weiß, wie sie ihrem König Gott zeigen können. Die Minister sind in großer Angst. Die Zeit läuft, bald ist die Frist um, die der König gesetzt hat.

Aber, wie das manchmal so vorkommt in guten Geschichten, hat vom Wunsch des Königs gehört. Er geht zu ihm und spricht: „Erlaube mir, Herr, dass ich deinen Wunsch erfülle.“ „Gut“, sagt der König, „aber bedenke, es geht um deinen Kopf.“

 

Der Hirte führt den König hinaus, zeigt auf die Sonne: „Schau hin, König!“ Der König blickt in die Sonne, aber der Glanz blendet ihn. Wutentbrannt schimpft er: „Willst du, dass ich erblinde?“ Der Hirte aber bleibt ruhig: „König, die Sonne ist doch nur ein geschaffenes Ding, ein kleiner Abglanz des göttlichen Lichts. Wie willst du da Gott schauen können? Suche ihn mit anderen Augen!“

 

Diese Antwort gilt auch uns. Mit unseren Augen können wir Gott in dieser Welt nicht erkennen. Vielleicht gelingt es uns aber mit dem Herzen…

Spuren Gottes in der Welt die gibt es. Davon bin ich überzeugt. Wir können sie auch entdecken. Wer in der Natur unterwegs ist, ihre Schönheit, Vielfalt und Faszination in sich einlässt, der kann spüren: Da ist einer, der es gut mit uns meint.

Ich erfahre in solchen Momenten oft eine große Dankbarkeit und Gewissheit. Dank dafür, wie gut Gott sich alles ausgedacht hat. Auch wenn viele Menschen dieses Wunderbare nicht zu schätzen wissen…

Und ich bin gewiss, ohne einen Gott – ohne einen liebenden, schaffenden und ordnenden Gott – gäbe es unsere Welt nicht. Vielleicht entdecken auch Sie, auch Ihr in diesen Tagen Spuren Gottes in unserer Welt.