Gedenkstein an die drei Priester auf dem Südfriedhof in Halle. Die drei strecken ihre Hände nach Christus aus.
Gedenkstein an die drei Priester auf dem Südfriedhof in Halle

Mir sind sie ein Vorbild

 

In wenigen Tagen besuchen wir die Gedenkstätte „Roter Ochse“. Das treibt mich nun schon seit Tagen um, weil dieser Ort für sehr viele Menschen – auch für mich – etwas ganz besonderes ist, leider.

 

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden dort - mitten in unserer Stadt - 549 Menschen hingerichtet. Sie kamen aus 15 Ländern und starben durch Fallbeil und Strick. Unter ihnen auch drei katholische Priester: Carl Lampert, Herbert Simoleit, Friedrich Lorenz.

 

Sie hatten sich mehr oder weniger laut, auf jeden Fall aber entschieden gegen das sogenannte Dritte Reich gestellt. Aller Gefahr zum Trotz.

 

Mir geben Courage und Mut dieser Männer zu denken: Was würde ich in ähnlicher Situation machen? Wie steht es um meinen Mut, Nazis und Rassisten entgegenzutreten?

 

Für mich sind Lampert, Simoleit und Lorenz Märtyrer des 20. Jahrhunderts. Blutzeugen für Zivilcourage und sehr mutige Menschen. Als Christen haben sie Stellung bezogen gegen das Unmenschliche in der Gesellschaft. Sie haben den Finger in die Wunde gelegt. Selbst im Angesicht des Todes boten sie den Nazis die Stirn. Sind ihrem Glauben – ihrer tiefen christlichen Überzeugung – treu geblieben.

 

Mir sind die drei, die hier in Halle am 13. November 1944 ermordet wurden, ein Vorbild an Standhaftigkeit und Zivilcourage.