Tapferkeit heißt auch widerstehen

 

Hetze gegen Migranten, Schläge gegen Kinder, Hass-Posts im Internet: Das Böse existiert, und ihm zu widerstehen ist Tapferkeit. Gemeinsam mit dem Mühen um Klugheit, Gerechtigkeit und richtiges Maß zählt sie zu unseren wichtigsten Verhaltensformen, zu den Kardinaltugenden.

 

Tapferkeit heißt zunächst Standhalten gegen das Böse; heißt: Ich beuge mich nicht, selbst wenn ich falle. Und Tapferkeit ist zugleich der Angriff gegen das Böse, das Dazwischen-Gehen, wenn ein Mensch auf offener Straße angegriffen wird; der Notruf bei der Polizei, wenn in der Nacht jemand um Hilfe schreit, das Ansprechen der Eltern, wenn ein Kind grün und blau geschlagen daher kommt und - nicht zuletzt - Tapferkeit ist das Eintreten für meine Überzeugung, für meine Sicht auf die Welt, für meinen Glauben.

 

Aber wer tapfer sein will, der muss auch vorsichtig sein. Nicht ohne Grund heißt es: Tapferkeit ohne Klugheit ist keine Tapferkeit.

 

Tapferkeit als Kardinaltugend hat überhaupt nichts zu tun mit blindem Draufgängertum. Wer sich der Gefahr unbesehen aussetzt, der ist wohl eher töricht.

 

Wer wirklich tapfer sein will – im Sinn der Kardinaltugend – der schätzt die Situation im Voraus richtig ein, sowohl das, was er riskiert, als auch das, was er durch seinen Einsatz bewahren oder gewinnen will.

 

Ich wünsche Euch einen klaren Blick für das Böse und Kraft zum Standhalten. | Gebet