Kreuz. Vom Tod zum Leben.
Bild: Factum / ADP

Tod & Leben

 

Der November legt es mit seiner ganzen Atmosphäre wohl nahe, mehr als zu anderen Zeiten an unsere Endlichkeit zu denken. Frühe Finsternis, Kälte und Nebel tragen ihren Teil bei… Können einen auch schon mal leicht depressiv stimmen.

 

Heute, da ich diese Zeilen schreibe, feiern wir gleich am zweiten Tag im November das Fest Allerseelen. Dieses Gedenken ist mehr als tausend Jahre alt und hat einen festen Platz in unserer Kirche. Wenn man die lateinische Bezeichnung des Tages übersetzt, bedeutet er in etwa „Gedenken an alle, die schon von uns gegangen sind.“

 

Und das halte ich für wichtig: Dass wir uns einmal im Jahr erinnern, wer von unseren Lieben nicht mehr unter uns weilt. Was wir ihnen schuldig geblieben sind. Was wir ihnen verdanken… Dass wir für sie beten.

 

Da sind vermutlich die Urgoßeltern, vielleicht Oma oder Opa. Ich kenne aber auch junge Menschen, die schon Vater oder Mutter verloren haben, einen Bruder, eine Schwester. Ich denke immer auch an meinen Vater. Als er starb, war ich gerade fünf Jahre alt. Wie wäre mein Leben wohl verlaufen, was wäre aus mir geworden, wenn er noch lebte? Ist er bei Gott? Steht er mir manchmal zur Seite? Welchen Anteil hat er vielleicht an dem, der ich heute bin?

 

Als Christen dürfen wir mit gutem Grund hoffen, dass alle, die von uns gegangen sind, eine wunderbare Zukunft vor sich haben. Wir wissen das nicht. Aber unzählige Menschen geben uns ein Zeugnis dieser Hoffnung. Angefangen schon bei den Aposteln. Da muss doch in der Tat etwas unbegreifliches geschehen sein, was sie bewogen hat, Jesus als Auferstandenen zu verkünden und dafür sogar in den Tod zu gehen!

 

Beten wir an diesem Tag für unsere Toten.
Dass Gott ihnen ihre Schuld vergibt und alles Gute vergilt.
Dass er ihnen seine Gnade schenkt und sie zu sich nimmt:

Treuer Gott, dein Erbarmen ist grenzenlos.
Aus Liebe hast du den Menschen geschaffen.

ihm Leben von deinem unvergänglichen Leben eingehaucht.

Du lässt uns im Tod nicht untergehen.

 

Hände, die sich nach dir ausstrecken, lässt du nicht ins Leere greifen.
Augen, die deine Schönheit suchen, lässt du nicht für immer erlöschen.
Herzen, die sich nach dir sehnen, schenkst du deine Ruhe.

 

Wir vertrauen darauf:

In deinem Licht schauen unsere Verstorbenen

das Licht, das keinen Untergang kennt, das Licht des Lebens.
Dir sei Lob und Preis in alle Ewigkeit.

Amen.