...einfach nur traurig und wütend

Es ist Krieg in Europa. Krieg nur zwei Flugstunden von uns entfernt. Ich fühle mich so hilflos. Bin einfach nur traurig und wütend.

Und dann schlage ich die Bibel auf. Ich will ein Morgengebet für Euch vorbereiten. Ich lese: „Liebt eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen“.

Alles andere will ich: Will Putin verfluchen, ihm nur Böses wünschen. Ich ringe um Fassung…

 

Und ja: Ich darf vor Gott zornig sein. Ich darf vor ihm klagen. Ich darf meine Wut rausschreien, meine Trauer. Dafür gibt es auch viele Beispiele in der Bibel. In einem Psalm heißt es:

 

„Ihre Schuld stehe dem Herrn allzeit vor Augen,
ihr Andenken lösche er aus auf Erden."

 

Doch dürfen wir bei aller Bitterkeit nicht selbst verhärten, unser eigenes Herz nicht zu Stein werden lassen: „… segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.“ Segnen sollen wir. Für die beten, die uns Böses tun. So hat es Jesus uns vorgelebt.

 

Und so darf ich unterscheiden:

  • Das Böse hassen, aber den Menschen lieben.
  • Die Ungerechtigkeit beim Namen nennen, aber für den bitten, der meint, sie nötig zu haben.
  • Ich bete darum, dass dieser Mensch erkennt, was er anderen antut. Dass er umkehrt.
  • Ich will gegen Gewalt aufstehen, aber den Täter Gott ans Herz legen.

Es gibt in unserer Stadt und in unserem Land in diesen Tagen immer wieder Einladungen zum Friedensgebet. In diesen Friedensgottesdiensten können wir uns mit den Opfern des Krieges verbinden. Wir können Frieden für die geschundene Ukraine erbitten. Und wir können für die Täter beten, dass sie erkennen und einhalten.

 

Beten wir miteinander das Gebet der Vereinten Nationen!