Wurzeln strecken sich ins Wasser aus.

Beten tut mir gut

 „Nimm dir Zeit, zum Beten; es ist die größte Kraft der Welt.“ Meine Frau hat mir diesen Spruch vor einer Weile in die Hand gedrückt. Aber erst in dieser Woche ist er mir wieder vor Augen gekommen. Ich hatte gerade mit meiner Cousine im Kloster Alexanderdorf telefoniert. Dort, aber auch im Huy und im Kloster Helfta gleich um die Ecke leben Frauen und Männer nach einem Grundsatz, den ich genial finde: Ora et labora, Bete und arbeite!

Ihr Tag ist danach eingeteilt. Neben der Arbeit nimmt auch das Beten großen Raum ein. Das Leben dieser Menschen ist geprägt von Stille und Gelassenheit.

Trotzdem stehen die Mönche und Nonnen Mitten im Leben. Sie nehmen ganz bewusst wahr, was außerhalb der Klostermauern geschieht und das Wichtigste: Sie nehmen all das mit hinein in ihr Gebet.

Nimm dir Zeit zum Beten…

Das sagt sich so leicht. Meine Zeit ist knapp... Da ist es gut, dass es die Männer und Frauen im Kloster gibt, bei denen das Gebet an allererster Stelle steht. Es ist gut und notwendig, dass sie stellvertretend für uns beten.

Aber es tut auch wirklich gut, selbst einmal zu beten. Beim Beten gebe ich mich in Gottes Hand. Ich glaube, dass ich mich mit allem an ihn wenden kann: mit Sorgen und Leid, mit Freude und Glück. Beim Beten strecke ich meine Wurzeln hin zur Quelle meines Lebens. Beten ist für mich wie gutes Wasser, das mein Leben erst möglich macht. | Gesegnet sei der Mensch...