Keine halben Sachen

Wie erreiche ich Gelassenheit, wie kann ich gelassener an Aufgaben, an mein Leben herangehen? Der bereits eingeführte Benediktiner Basilius Doppelfeld schreibt anderem:

 

„Eine wichtige Voraussetzung besteht darin, lassen zu können, was gewesen ist; nicht ständig an dem Vergangenem zu rühren, es wieder und wieder aufzuwühlen. Was war, ist gewesen und soll gewesen bleiben. Das setzt allerdings ein Zweites voraus: Was gewesen ist, muss auch abgeschlossen werden, wirklich erledigt und beendet, nicht einfach zugedeckt, unter den Teppich gekehrt oder verdrängt. Ein Streit muss beendet, möglichst mit einer Versöhnung abgeschlossen sein, sonst flammt er bei der nächsten Gelegenheit wieder auf. Eine Arbeit muss sauber fertig gestellt sein, dann kann man mit Ruhe Feierabend machen. Halbe Sachen bleiben ewig liegen. Es ist eine gute Gewohnheit, den Tag abzuschließen: mit einem kurzen Rückblick und einer damit verbunden Besinnung, mit dem Vergeben-Können und dem Um-Vergebung-Bitten; und möglichst mit einem Abendgebet zu dem der der große Versöhner ist… Überhaupt können wir nur lassen, womit wir uns versöhnt haben.“

 

Zur Ruhe und Gelassenheit können wir letztlich nur gelangen, schreibt Pater Basilius weiter, wenn wir uns Jesus zuwenden und anvertrauen. „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt“, lädt er ein, „Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ (Mt 11, 28) Oder um es mit Augustinus zu sagen: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.“

 

Damit Ruhe einkehren kann, müssen wir uns beruhigt haben. Nicht mit Ausreden und Verdrängen, sondern indem wir uns eingestehen, Fehler gemacht zu haben. Indem wir ja sagen zu unseren Schwächen. Keiner und niemand muss perfekt sein. Hier dürfen wir uns vertrauensvoll und gelassen Gottes Händen fallen lassen. Er macht alles gut. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht unserer Vorstellung entspricht. Wir dürfen uns ihm über-lassen, ganz gelassen.