Weihnachtsidyll

Am Montag steht sie wieder unterm Christbaum: unsere Krippe. Maria mit ihrem kleinen Sohn, der nachdenkliche Josef, ein paar Hirten und Schafe, auch ein schwarzes ist dabei. Ein schönes und vertrautes Bild. Weihnachten als Idylle.

 

Mancher denkt: Das hat mit der Wirklichkeit doch überhaupt nichts zu tun. Wer weiß schon, wie das bei der Geburt Jesu wirklich war… Nette Geschichte, mehr aber auch nicht. Die Erzählung gehört halt zu Weihnachten, zur Stimmung. Und das ist ja auch ganz nett: So ein kleines armes Kind, im Stall geboren, das der ganzen Welt Frieden verheißt. Aber wo ist er denn, dieser Weltfrieden?

 

In mancher Hinsicht geht es mir da gar noch so viel anders. Weihnachten froh und unbeschwert zu feiern, gelingt mir kaum. Auch wenn mit Jesus ein Stück Himmel in unsere Wirklichkeit hereingebrochen ist, gibt es doch noch viel Dunkel. Ich kann das auch am Weihnachtsfest nicht ganz ausblenden. Das Fest allein´ – mit Weihnachtsgeschichte und Krippe – ändert noch gar nichts an unserer Erdenwirklichkeit.

 

Und doch mag ich das Bild von der Weihnachtskrippe. Sie gehört auch für mich zum Fest.  Ihre für mich wirklich wichtige Aussage ist:

 

Das Unbegreifliche ist geschehen: Gott ist tatsächlich Mensch geworden. Er hat sich für uns erniedrigt, sich auf eine Ebene mit uns gestellt. Und er hat uns so einen Funken seiner Göttlichkeit geschenkt.

Jeder Mensch ist darum mit göttlicher Würde gesegnet. Egal ob gesund oder krank, geboren oder ungeboren, arm oder reich, mit mehr Intelligenz beschenkt oder mit weniger, Einheimischer oder Migrant, …

 

Wenn ich das mit in meinen Alltag nehme, wenn ich in mir und in meinem Mitmenschen diesen Funken Göttlichkeit finde, dann ist Weihnachten, dann ändert sich mein Leben und der Frieden auf Erden kann weiter wachsen.