Von der Freude, Mensch zu sein

junge Frau schaukelt vor aufgehender Sonne

 

Vielleicht geht es einigen von Euch ähnlich: Die leider notwendigen Einschränkungen in diesen Wochen drücken mir ein wenig aufs Gemüt und ich sehne nach der Weihnachtszeit jetzt doch den Frühling herbei und die Zeit, nach Corona. Immerhin: Wir sehen das Licht am Ende des Tunnels und ich hoffe, mit Beginn der nächsten Vorlesungszeit wird vieles wieder möglich sein, was unser Miteinander schön sein lässt.

 

Diesen Gedanken nachhängend ist mir gestern ein Text des Theologen Henri Nouwen vor Augen gekommen, aus seinem Buch „Der dreifache Weg“. Mich stimmt diese kurze Textpassage sehr froh. Sie zeigt mir, wir gut und schön es ist zu leben, ein von Gott gewollter, geliebter Mensch zu sein. Diese Erfahrung wünsche ich von Herzen auch jeder und jedem von Euch!

 

„Es ist herrlich, dazu bestimmt zu sein,
der Menschheit anzugehören,
mag sie auch ein Geschlecht sein,
das vielen Torheiten verfallen ist
und viele schreckliche Fehler macht:
aber trotz alldem hat Gott selbst
seine Ehre darin gesehen, Mensch zu werden!
Was für ein Gedanke,
dass solch eine Binsenwahrheit sich auf einmal so ausnehmen sollte,
als verkünde sie einem,
man habe in einer kosmischen Lotterie das Große Los gewonnen!

 

Ich freue mich unbändig, Mensch zu sein,
dem Geschlecht anzugehören, in dem Gott selbst Fleisch angenommen hat.
Als ob das Leid und die Torheiten,
die das Menschsein mit sich bringt, mir etwas anhaben könnten!

 

Jetzt sehe ich, was wir alle sind.
Und wenn doch alle das sehen könnten.
Aber das kann man nicht erklären.

 

Man kann den Leuten einfach nicht beibringen,
dass sie daherkommen uns strahlen wie die Sonne.“

Was ist der Mensch,
des Menschen Kind,
dass DU dich seiner annimmst... >>> Psalm 8