Gelassenheit & Ruhe

Vielleicht geht es Euch ähnlich: Immer wieder mal wünsche ich mir mehr Gelassenheit. Will loslassen, was mich fesselt. Wieder frei werden. Neu anfangen. Mal was anderes machen. Aber wie geht das, wie kann ich gelassener werden? So viele Erwartungen werden an mich herangetragen. Druck von vielen Seiten… Keinen und niemanden möchte ich enttäuschen.

 

Eine entscheidende Voraussetzung ist, denke ich, auf Gott zu vertrauen. Darauf setzen, dass er es gut meint mit mir. Dass er mich kennt und sich um mich sorgt, wie es im Psalm 139 wunderbar heißt. Und ich muss annehmen, dass manches in meinem Leben anders verläuft, anders kommt, als ich es mir in diesem Moment vorstelle. Anders heißt nicht unbedingt schlechter. Anders kann mir neue Wege öffnen. Wege, auf die ich bisher gar nicht gekommen bin. Wege, die vielleicht eher meine Wege sind.

 

Zudem gibt es aber auch – ich nenne es mal so – ganz weltliche Voraussetzung, um Ruhe und Gelassenheit zu finden: Geradezu wesentlich ist, etwas wirklich zu Ende zu bringen. Was war, das ist vorbei. Es sollte erledigt und beendet sein. Nur dann wird Vergangenes mich in Frieden lassen.

Damit ich zu einer solchen Gelassenheit und inneren Ruhe finde, ist es auch nötig, eigene Fehler und Schwächen einzugestehen; ist es unabdingbar, um Entschuldigung zu bitten und Versöhnung zu finden.

 

Gott hat mein Leben auf Goldgrund gemalt. Darauf darf ich vertrauen. Trotzdem ist nicht alles in meinem Leben golden. Ich darf seine Liebe zu mir vertrauend annehmen. Ich darf vor Gott treten so, wie ich bin, mit Stärken und Schwächen. Meine Schwäche und mein Versagen darf ich in seine Hände legen voller Hoffnung, dass er es heilt. Das Vertrauen darauf schenkt mir Gelassenheit, ermöglicht mir einen neuen Anfang.