Ich weiß kaum, wie es Euch geht, wenn Ihr in diesen Tagen auf das Weltgeschehen schaut… Mich hat beim Blick auf die vergangenen Monate dieses Gedicht sehr angesprochen. Wie dem alttestamentlichen Propheten so kommt es mir vor, als ob es derzeit an zu vielen Orten unserer doch schönen, einen Welt ziemlich finster ist. Ich sehne den Schein herbei, der das Dunkel erhellt.
„Nachts wurde das Licht der Welt geboren“, schreibt der Autor, eben gerade in die Finsternis, mitten in Angst hinein; ein Leuchtturm der Hoffnung. Auch für mich ist das Weihnachtsfest noch immer ein solches Lichtzeichen, und ich singe gerne die Lieder und höre die Texte, die von Zuversicht und Frieden für alle erzählen.
Natürlich wird nicht plötzlich alles gut, nur weil wir die Weihnacht feiern. Doch ich will an unserem Glauben festhalten, dass mit der Geburt Gottes in unsere Welt etwas ganz Neues und Gutes begonnen hat; dass Gott mit seiner Menschwerdung den Menschen und die gesamte Schöpfung emporgehoben, ja heilig gemacht hat. Er war sich nicht zu schade, einer von uns zu werden, uns gleich. Er hat vorgelebt, wie unser Menschsein gut werden kann. Und das gilt bis heute. Schade nur, dass sich zu wenige daran ausrichten…
Leuchttürme der Hoffnung können wir aber auch jenseits der Weihnacht finden. Es ist ja nicht alles finster in der Welt! Ich selbst sehe sie, wenn ich auf meine Kinder schaue und auch auf Euch. So, wie Ihr Euch einbringt für ein faires, aufmerksames und oft auch liebevolles Miteinander, werdet auch Ihr zu Leuchttürmen der Hoffnung.
Wenn das Norlicht leuchtende Schleier
an den nächtlichen Himmel malt
und am Fuße der Berge die Sehnsucht wohnt
gilt auch Jesajas prophetische Rede
von dem Volk, das im Finstern wandert
und dem Schein, der das Dunkel erhellt
nachts wurde das „Licht der Welt“ geboren
das von Angst und Trauer berfreit:
Heiliger Abend als Leuchtturm der Hoffnung
Hinrich C. G. Westphal