Dem Warten einen Sinn geben

Wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, bin ich ein ungeduldiger Mensch. Warten ist keine meiner Stärken. Es fällt mir oft schwer, mich zu bremsen oder anderen geduldig zuzusehen oder -zuhören. Ich freue mich darum über Menschen, die deutlich mehr Geduld aufbringen und bin dankbar, wenn ich da zurechtgewiesen werde.

 

Allerdings scheinen Ungeduld und der Wunsch, möglichst nicht zu warten, ein Zeichen unserer Zeit zu sein. Im Warten und im Erwarten sehen viele keinen Sinn mehr. Warten erscheint als leere Zeit, als vertane Zeit. Wünsche müssen sich schnell erfüllen. Kaufe ich etwas online, soll es schon am nächsten Tag ankommen. Und wer in diesen ersten Adventtagen über den Weihnachtsmarkt geht, hört schon Lieder wie „O, du fröhliche und „Stille Nacht“. Als wären wir bereits mitten im Weihnachtsfest! Ja selbst Weihnachtsbäume habe ich schon durch die Fenster sehen können…

 

Dabei kann der Advent als eine Zeit des Wartens eine sehr schöne Zeit sein, wenn ich mich darauf einlasse.

 

Den Advent als eine Zeit des Wartens erfahren. Eine stille Zeit. Für uns Christen auch Zeit der Einkehr, der Besinnung auf unser Leben und Christsein. Diese Wochen vor dem Weihnachtsfest können uns helfen, zur Ruhe zu kommen, in uns zu gehen, unser Tun und Lassen zu überdenken, Bisheriges auf den Prüfstand zu stellen und Konsequenzen zu ziehen. Eine gute Möglichkeit, denke ich, unserem Warten Sinn zu geben.