Rotes Amplemännchen & Signal kommt
Foto: Peter Weidemann | pfarrbriefservice.de

Dem Warten Sinn geben

 

Warten fällt mir oft schwer. Ich bin ein ungeduldiger Mensch. Und es geht wohl auch vielen anderen so: Im Warten und im Erwarten sehen sie keinen Sinn mehr. Bloß nichts versäumen. Warten ist leere Zeit, vertane Zeit.

 

Wünsche müssen sich schnell erfüllen. Kaufe ich etwas online, soll es schon am nächsten Tag geliefert werden. Und: „Stille Nacht, heilige Nacht“ tönt ja auch schon in diesen Tagen durch die Geschäfte. Gerade so, als wären wir bereits mitten im Weihnachtsfest. Selbst Weihnachtsbäume sind schon durch die Fenster zu sehen...

 

Dabei kann Wartezeit eine sehr schöne Zeit sein. Ganz besonders habe ich das in den vergangenen Jahren mit meinen Kindern erlebt: Natürlich sehnten die das Weihnachtsfest auch herbei und zählten die Tage. Aber zugleich stieg auch ihre Vorfreude… Eine ganz besondere Spannung machte sich breit, je näher wir dem Fest kamen.

 

Wir alle haben in diesen Wochen ein nahes Ziel vor uns. Darauf bereiten wir uns vor. Jeder auf seine Weise. Großes will erwartet sein und es braucht seine Zeit. Die Weihnachtstage, denke ich, sind so etwas Großes.

 

Aber: Noch ist Advent, Wartezeit. Und wer diese Zeit sinnvoll erleben kann, dem wird das Weihnachtsfest sicher doppelt schön. Der Advent – eigentlich ja auch eine Fastenzeit – fordert uns auf, zur Ruhe zu kommen, in uns zu gehen, unser Tun und Lassen zu überdenken. Bisheriges auf den Prüfstand zu stellen und Konsequenzen zu ziehen.

 

Eine gute Möglichkeit, unserem Warten einen Sinn zu geben.